Die Berufsunfähigkeitsversicherung: Wie du deine Arbeitskraft schützt

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Frau mit einer Prothese am Arm - Berufsunfähigkeitsversicherung
Das Wichtigste zum Thema Berufsunfähigkeitsversicherung

Lesezeit: ca. 4 Minuten

  • Eine Berufsunfähigkeitsversicherung (kurz BU) ist eine der wichtigsten nicht-gesetzlichen Versicherungen. Sie sichert dir im Falle der Erwerbsunfähigkeit deine Existenz. 
  • Besonders für Erwerbstätige, die auf ihr Einkommen angewiesen sind, ist die BU sinnvoll. Aber auch Studierende profitieren davon.
  • Zu den häufigsten Gründen für eine Berufsunfähigkeit zählen psychische Erkrankungen.
  • Je früher du eine BU-Versicherung abschließt, desto geringer sind deine monatlichen Beiträge.

Was machst du, wenn du von heute auf morgen nicht mehr arbeiten kannst? Es kann schnell passieren – ein plötzlicher Unfall oder eine Krankheit und du kannst deinen Beruf nicht mehr ausüben. Vor den finanziellen Verlusten kannst du dich mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung schützen. Wir zeigen dir, was eine BU-Versicherung beinhaltet und wann sie sich für dich lohnt.

Der Verlust der eigenen Erwerbstätigkeit ist ein oftmals unterschätztes Risiko. Laut der deutschen Rentenversicherung wird im Schnitt jeder beziehungsweise jede Vierte im Verlauf des eigenen Arbeitslebens berufsunfähig. Wenn du dann plötzlich ohne regelmäßiges Einkommen dastehst, ist die Gefahr vor dem finanziellen Ruin groß. Mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung kannst du diese Gefahr minimieren.

Was ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung?

Die private Berufsunfähigkeitsversicherung ist eine nicht-gesetzliche Versicherung. Sie ist vor allem sinnvoll und wichtig, wenn du auf dein monatliches Einkommen angewiesenbist. Solltest du deinen Beruf aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausüben können, zahlt die Versicherung dir eine monatliche Rente. Mit dieser sicherst du dir deine finanzielle Existenz ab.

Frau sitzt gestresst am Schreibtisch - psychische Erkrankungen

Doch ab wann bist du offiziell berufsunfähig? Bei den meisten Versicherungen bist du offiziell berufsunfähig, wenn du mindestens sechs Monate lang deinen aktuellen Job nur noch zu maximal 50 Prozent ausüben kannst. Ein Beispiel wäre, wenn du lediglich ein paar Stunden pro Tag arbeiten kannst. Sind diese Voraussetzungen erfüllt, wird dir von der Versicherung eine monatliche BU-Rente ausgezahlt. Du erhältst sie in der Regel so lange, wie deine Berufsunfähigkeit besteht – maximal bis zur vertraglich vereinbarten Dauer.

Wer braucht eine Berufs­unfähig­keits­versicherung?

Ob sich eine BU lohnt oder nicht, hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab – wie etwa dem Beruf, dem Alter, eventuellen Vorerkrankungen oder dem Familienstand. Wenn du jedoch von deinem Einkommen lebst und keine Rücklagen hast, die deine Lebenshaltungskosten oder deine Familie finanzieren, ist eine private BU sinnvoll und notwendig. Besonders für folgende Personen lohnt sich die Versicherung:

  • Alle Erwerbstätigen, die auf ihr Einkommen angewiesen sind.
  • Alleinverdiener und Alleinverdienerinnen, die ihre Familie versorgen.
  • Selbstständige, die nicht in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen und somit keinen Anspruch auf eine gesetzliche Erwerbsminderungsrente haben.
  • Studierende oder Azubis bekommen oftmals günstigere Konditionen und haben in der Regel weniger Vorerkrankungen.
  • Schüler und Schülerinnen, weil sie niedrige Beiträge zahlen, da sie keinen festen Beruf haben und somit noch keine beruflichen Risiken.

Bist du verbeamtet oder Hausmann beziehungsweise Hausfrau, lohnt sich eine BU für dich meistens nicht. Alternativ zu der BU gibt es eine staatliche Erwerbsminderungsrente. Der Staat zahlt sie dir, wenn du in keinem Beruf länger als drei Stunden arbeiten kannst. Auf diese gesetzliche Absicherung solltest du dich jedoch nicht verlassen. 2020 betrug die monatliche Erwerbsminderungsrente durchschnittlich 882 Euro und knapp 42 Prozent aller Anträge  wurden  abgelehnt. Doch was sind eigentlich die Gründe, berufsunfähig zu werden?

Die häufigsten Gründe für eine Berufsunfähigkeit

Fest steht: Eine Berufsunfähigkeit kann jede Person treffen. Sowohl junge Leute, Handwerker und Handwerkerinnen als auch Büroangestellte. Anders als vielleicht erwartet sind Erkrankungen am Skelett- und Bewegungsapparat mit 20 Prozent nur die zweithäufigste Ursache für die Berufsunfähigkeit. Knapp ein Drittel der Erkrankungen sind psychisch – wie beispielweise Burn-out oder Depression. Besonders Stress und eine dauerhafte Belastung wirken sich langfristig negativ auf die Psyche aus. Weitere Gründe sind zudem Krebs (17 Prozent) oder Unfälle (8 Prozent).

Dein persönliches Risiko und deine Arbeitskraft ermitteln

Hast du ein risikoreiches Hobby, wie Fallschirmspringen oder Eishockey, oder bereits Vorerkrankungen? Solche Faktoren erhöhen dein Risiko für eine plötzliche Erwerbsunfähigkeit – du musst sie deswegen unbedingt bei deiner Versicherung angeben. Aber auch bestimmte Berufsgruppen stellen ein Risiko dar. Deine eigene Arbeitskraft abzusichern ist somit ein Muss – du musst nur den Wert deiner Arbeitskraft kennen. Multipliziere dazu einfach dein Jahreseinkommen mit den Jahren bis zum Renteneintritt.

Unser Tipp: Unsere Finanzberater und Finanzberaterinnen unterstützen dich dabei, dein persönliches Risiko zu ermitteln und deine Arbeitskraft zu berechnen. Damit deine Existenz abgesichert ist, egal was die Zukunft bringt.

Geld sparen als Alternative?

Statt die monatlichen Beiträge für die Versicherung zu zahlen, könntest du doch regelmäßig Geld für den Fall der Erwerbsunfähigkeit zur Seite zu legen. Oder? Das zahlt sich in der Regel jedoch nicht aus. Nach Angaben der Deutschen Rentenversicherung sind Menschen, die aus gesundheitlichen Gründen berufsunfähig sind, durchschnittlich 53 Jahre alt. Wirst du in diesem Alter berufsunfähig, müsstest du von deinen privaten Ersparnissen bis zu deiner gesetzlichen Rente mit 67 Jahren auskommen. Wenn du dir zum Beispiel 2.000 Euro brutto pro Monat auszahlen willst, musst du somit 336.000 Euro angespart haben – die Inflation sowie Steuerabgaben sind dabei noch nicht berücksichtigt. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung lohnt sich somit auch in diesem Fall und sichert dir deine finanzielle Existenz und Zukunft.

4 hilfreiche Tipps für deine BU

Damit du im Falle einer Krankheit oder eines Unfalls nicht auf dein Einkommen verzichten musst, ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung eine sinnvolle Möglichkeit. Wir haben für dich ein paar Tipps, damit du für dich das Beste aus der BU-Versicherung ziehen kannst.

1. Gesundheitsfragen ehrlich beantworten

Um eine Berufsunfähigkeitsversicherung abzuschließen, musst du Fragen zu deinem Gesundheitszustand beantworten. Vermeide dabei fehlerhafte Angaben, sonst riskierst du im schlimmsten Fall deinen Versicherungsschutz und du bekommst keine BU-Rente. 

Mann repariert ein Fenster - private Berufsunfähigkeitsversicherung

2. Ausreichend Berufsunfähigkeitsrente versichern

Die Berufs­unfähig­keitsrente sollte deinem letzten Netto­einkommen entsprechen oder sich daran orientieren. Dabei solltest du jedoch mindestens 75 Prozent deines Nettoeinkommens beziehungsweise mindestens 1.000 Euro absichern.

3. Früh abschließen spart Geld

Je früher du die Versicherung abschließt, desto geringer sind deine monatlichen Beiträge. Die meisten Berufseinsteiger und Berufseinsteigerinnen besitzen zudem noch keine oder nur wenige Vorerkrankungen, was zu günstigen Konditionen führt.

4. Die richtige Versicherungsdauer wählen

Die Berufsversicherungsversicherung sollte für den Zeitraum deiner Berufstätigkeit abgeschlossen werden, also bis zum 65. beziehungsweise 67. Lebensjahr. Ab 67 Jahren solltest du deinen gewohnten Lebensstandard mit der gesetzlichen Rente und der privaten Altersvorsorge finanzieren können.

Wie gut bist du für die Zukunft gerüstet?

Lass dich von unseren Finanzexperten und Finanzexpertinnen zu dem Thema Berufsunfähigkeitsversicherung beraten.

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