Für Kinder, die um ihr Leben kämpfen

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Über Land auf dem Weg zum nächsten Etappenziel, Copyright Pierre Johne

Köln, im August 2026. Manchmal gibt es Erlebnisse, die einen nachhaltig prägen. Die Teilnahme an der Tour der Hoffnung 2026 war für mich genau ein solches Erlebnis.

Als ich mich auf den Weg machte, wusste ich, dass die Tour der Hoffnung einem außergewöhnlichen Ziel dient: krebskranken Kindern und ihren Familien Hoffnung zu schenken. Was ich allerdings nicht erwartet hatte, war die unglaubliche Dimension dieses Projekts und die emotionale Wucht der vielen Begegnungen entlang der Strecke.

Drei Tage lang wurde deutlich, was möglich ist, wenn Menschen ein gemeinsames Ziel verfolgen: krebskranken Kindern und ihren Familien Hoffnung zu schenken.

Gemeinsam waren wir in dieser Zeit über 250 Kilometer mit dem Rennrad unterwegs. Nach dem traditionellen Auftakt in Gießen (Mittelhessen) brachte uns ein Bus-Transfer nach Magdeburg, von wo aus die Tour über Halle schließlich bis nach Leipzig führte. Doch die Kilometer sind es nicht, die mir in Erinnerung geblieben sind. Es sind die Menschen und die Geschichten entlang des Weges.

Eine Tour, getragen von vielen Unterstützern

Schon der Prolog in Gießen machte deutlich, welche Kraft hinter der Tour steckt. Lange bevor die ersten Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf ihre Räder stiegen, herrschte geschäftiges Treiben. 

Helfer koordinierten Abläufe, Organisatoren stimmten letzte Details ab, Versorgungsteams bereiteten sich vor, Polizeikräfte sorgten für die Sicherheit. Was von außen wie eine perfekt organisierte Veranstaltung wirkt, basiert auf dem Engagement unzähliger Menschen, die ihre Zeit, ihre Energie und ihr Herzblut investieren. Viele davon ehrenamtlich. 

Erst vor Ort habe ich verstanden, welcher organisatorische Aufwand notwendig ist, um eine solche Tour sicher und reibungslos umzusetzen. Als sich das Fahrerfeld schließlich in Bewegung setzte, begann für mich der beeindruckendste Teil der gesamten Tour. 

Überall entlang der Strecke standen Menschen. Familien hatten sich versammelt, Kinder winkten begeistert, Vereine begrüßten uns, Schulen warteten auf unsere Ankunft. Immer wieder hörte man Applaus, Musik und aufmunternde Zurufe. Lastwagenfahrer hupten, Autofahrer winkten aus ihren Fahrzeugen. 

Wohin man auch blickte, spürte man Unterstützung.

Ankunft am Etappenziel Licher Brauerei, Copyright Pierre Johne

Ankunft am Etappenziel Licher Brauerei, Copyright Pierre Johne

An insgesamt 22 Stationen wurde Halt gemacht. Unternehmen, Vereine, Schulen, Städte, Gemeinden und Privatpersonen überreichten Spendenschecks und unterstützten die Tour mit großem Engagement. 

Hinter jeder Spende stand eine Geschichte. Hinter jeder Spende stand ein Mensch, der helfen wollte. Genau das hat mich tief beeindruckt.

Begegnungen, die in Erinnerung bleiben

Eine Begegnung werde ich dabei niemals vergessen. Irgendwo entlang der Strecke hielt uns eine ältere Dame auf. Sie wollte kein Foto. Sie wollte keine Aufmerksamkeit. Sie wollte einfach nur spenden. Mit großer Entschlossenheit erklärte sie, dass sie unbedingt ihren Beitrag leisten möchte. Da die Tour natürlich weiterfahren musste, wurde der Geldschein kurzerhand in einem Trikot verstaut und später selbstverständlich offiziell als Spende erfasst. Es war kein großer Spendenscheck, keine Bühne und keine Presse. 

Und doch war dieser Moment für mich einer der bewegendsten der gesamten Tour. Weil er gezeigt hat, worum es wirklich geht: Menschen helfen Menschen. Nicht weil sie müssen, sondern weil sie es wollen.

Nicht minder beeindruckend war eine Begegnung mit zwei Rockern in Kutte. Wegen unseres langen Fahrerfeldes mussten sie mit ihren Motorrädern anhalten und warten. Als wir an ihnen vorbeikamen, gingen sie auf uns zu. 

Einer griff in seine Tasche, zog Geld heraus und sagte lediglich: »Was ihr macht, ist spitze. Das unterstützen wir.« 

Dann drückten sie uns ihre Spende in die Hand und fuhren weiter. Keine große Rede, keine Inszenierung, keine Kamera. Einfach ehrliche Unterstützung. 

Auch das ist Tour der Hoffnung.

Mehr als eine Benefiz-Radtour

Mit jedem Kilometer wurde deutlicher, dass diese Veranstaltung weit mehr ist als eine Benefiz-Radtour. Sie verbindet Menschen, die sich im Alltag wahrscheinlich nie begegnen würden. 

Unternehmer, Ärztinnen und Ärzte, Handwerker, Ehrenamtliche, Familien, Vereinsmitglieder, Prominente und ehemalige Spitzensportler verfolgen gemeinsam ein Ziel. Persönlichkeiten wie Boxweltmeister Henry Maske sowie zahlreiche Olympiasiegerinnen, Olympiasieger und Weltmeister verleihen der Tour zusätzliche Strahlkraft. 

Beeindruckt hat mich dabei vor allem eines: Niemand steht im Mittelpunkt. Im Mittelpunkt stehen ausschließlich die Kinder.

Überlandfahrt, begleitet von einer Polizeieskorte auf dem Weg zum nächsten Etappenziel, Copyright Pierre Johne

Überlandfahrt, begleitet von einer Polizeieskorte auf dem Weg zum nächsten Etappenziel, Copyright Pierre Johne

Die bewegendsten Momente

Zu den schönsten Bildern der gesamten Tour gehörten für mich die vielen Kinder entlang der Strecke. Immer wieder standen sie am Straßenrand, jubelten uns zu und feuerten das Fahrerfeld an. 

Besonders in Erinnerung geblieben ist mir ein Ort, an dem uns Kinder mit unzähligen Seifenblasen empfingen. Die Sonne spiegelte sich in den schillernden Blasen, die durch die warme Sommerluft schwebten. Kinder lachten, Menschen applaudierten und die gesamte Szenerie wirkte für einen kurzen Moment beinahe surreal. Es war einer dieser Augenblicke, die man nicht fotografieren kann, weil kein Bild die Atmosphäre wirklich transportieren könnte.

Doch der emotionalste Moment sollte noch folgen. An einem Tourstopp kamen Kinder auf die Bühne und sangen gemeinsam den Tour-Song. Die Gespräche verstummten. Hunderte Menschen hörten zu. Nach all den Kilometern, den Begegnungen und den Spendenschecks wurde in diesem Augenblick noch einmal besonders deutlich, worum es bei der Tour der Hoffnung geht: um Kinder, um Hoffnung und um Zukunft. 

Ich erinnere mich noch genau daran, wie ich in die Gesichter der Kinder blickte und plötzlich all die Eindrücke der vergangenen Tage wieder vor Augen hatte. Die Menschen am Straßenrand. Die Familien. Die kleinen und großen Spenden. Die Seifenblasen. Die Helfer hinter den Kulissen. Die vielen persönlichen Geschichten. 

Ich gebe offen zu: Mir liefen die Tränen. Nicht aus Traurigkeit, sondern weil in diesem Augenblick alles zusammenkam. Die Kinder auf der Bühne, die Kinder an den Straßenrändern, die Familien, deren Alltag von Krankheit geprägt ist, die vielen Helferinnen und Helfer sowie die Menschen, die gespendet hatten. Selten hat mich ein Moment so bewegt.

Der emotionale Höhepunkt der Tour wartete schließlich in Leipzig. Dort endete die letzte Etappe im Park an der onkologischen Kinderstation des Universitätsklinikums Leipzig. Nach drei Tagen im Sattel wurde hier greifbar, warum sich all diese Menschen engagieren. 

Hier bekamen die Spendengelder ein Gesicht. 
Hier wurde sichtbar, wem geholfen wird. 
Hier wurde deutlich, warum jeder Kilometer zählt.

Pauls Geschichte

Mitten im Park trat Mitradler Tim ans Mikrofon und erzählte die Geschichte seines Sohnes Paul. Vor zwei Jahren erhielt die Familie die Diagnose Leukämie. 

Eine Nachricht, die das Leben einer Familie von einem Tag auf den anderen verändert. Tim berichtete von einer Zeit voller Angst, Hoffnung und Ungewissheit. Von Behandlungen, Rückschlägen und dem bangen Warten auf eine Perspektive. 

Die zweite Chemotherapie wirkte zwar, aber sie kam zu spät. 

Die Hoffnung lag nun auf einer Stammzellspende. Zum Glück stellte sich Pauls jüngerer Bruder Oskar als passendes Match heraus. Das Team des Universitätsklinikums Leipzig konnte die Behandlung erfolgreich durchführen. 

Heute ist Paul wieder gesund.

Wenn Hoffnung ein Gesicht bekommt

Als Tim diese Geschichte erzählte, hätte man im gesamten Park eine Stecknadel fallen hören können. Nach drei Tagen voller Begegnungen, Emotionen und Eindrücke wurde plötzlich greifbar, warum die Tour der Hoffnung existiert. Nicht für Spendenschecks. Nicht für Schlagzeilen. Nicht für Aufmerksamkeit. Sondern für Kinder wie Paul. Für Familien, die plötzlich vor einer Diagnose stehen, die ihr gesamtes Leben verändert. Für Eltern, die hoffen. Für Geschwister, die helfen. Für Momente, in denen aus Hoffnung Wirklichkeit wird.

Spätestens in diesem Moment liefen mir erneut die Tränen. Weil aus Zahlen plötzlich Menschen wurden. Weil aus einer Benefiztour plötzlich eine ganz persönliche Geschichte wurde. Und weil mir bewusst wurde, dass jede einzelne Spende helfen kann, genau solche Geschichten möglich zu machen.

Als ich nach der Tour schließlich die Heimreise antrat, saßen mir die Eindrücke noch tief in den Knochen. In Gießen holte mich meine Frau ab, und auf der Fahrt Richtung Frankfurt erzählte ich ihr nahezu ohne Unterbrechung von allem, was ich in den vergangenen Tagen erlebt hatte. Von der älteren Dame am Straßenrand. Von den Rockern in Kutte. Von den Kindern mit den Seifenblasen. Von den singenden Kindern auf der Bühne. Von Pauls Geschichte in Leipzig. 

Unser Ziel war Frankfurt aus zwei einfachen Gründen: Dort sind wir zu Hause und dort wartete auch unsere 17 Monate alte Tochter bei ihren Großeltern auf uns.

Je näher wir Frankfurt kamen, desto häufiger musste ich an die Familien denken, deren Geschichten wir während der Tour gehört hatten. An Eltern, die nicht wissen, ob ihre Kinder gesund werden. An Familien, die plötzlich mit einer Krebsdiagnose konfrontiert werden. An Geschwister, die viel zu früh Verantwortung übernehmen müssen. 

Als Vater einer gesunden Tochter haben mich diese Begegnungen noch einmal auf eine ganz andere Weise berührt. Natürlich liest man von solchen Schicksalen. Natürlich sieht man Berichte im Fernsehen. Doch wenn man Menschen begegnet, die diese Situationen tatsächlich erlebt haben, verändert sich die Perspektive.

Während ich wusste, dass uns nur noch wenige Minuten von unserer Tochter trennten und wir sie gleich wieder in die Arme schließen würden, wurde mir bewusst, welch großes Geschenk Gesundheit ist. 

Mir wurde aber auch bewusst, wie viele Familien dieses Glück nicht einfach als selbstverständlich erleben können. Genau deshalb ist die Tour der Hoffnung so wichtig. 

Denn hinter jeder Spende steht am Ende derselbe Wunsch: 

Dass möglichst viele Eltern ihre Kinder gesund aufwachsen sehen dürfen. 
Dass Hoffnung eine Chance bekommt. 
Und dass aus Geschichten wie der von Paul immer öfter Erfolgsgeschichten werden.

Warum jeder Euro zählt

Persönlich gefreut hat mich außerdem die Unterstützung durch das OVB Hilfswerk. Im Rahmen meiner Teilnahme an der Tour der Hoffnung beteiligte sich das OVB Hilfswerk mit einer Spende von 2.500 Euro zugunsten krebskranker Kinder. Für dieses Engagement und die damit verbundene Wertschätzung möchte ich mich herzlich bedanken.

Besonders beeindruckt hat mich zudem ein Aspekt, der die Tour der Hoffnung von vielen anderen Spendenaktionen unterscheidet: Jeder gespendete Euro kommt an. Sämtliche Organisations- und Durchführungskosten werden von Sponsoren getragen. Kein Cent einer Spende fließt in Marketing, Werbung oder die Organisation der Tour. 

Jeder Euro unterstützt direkt krebskranke Kinder, ihre Familien sowie wichtige Forschungs- und Förderprojekte.

Spendensammlung am Etappenstopp „Die Grüne Sau“, Copyright Pierre Johne

Spendensammlung am Etappenstopp „Die Grüne Sau“, Copyright Pierre Johne

Mein persönliches Fazit

Ich bin dankbar, dass ich Teil dieser außergewöhnlichen Tour sein durfte. Die Tour der Hoffnung hat mir gezeigt, dass Zusammenhalt keine Floskel ist. Sie hat mir gezeigt, wie viel Gutes entstehen kann, wenn Menschen Verantwortung übernehmen. Und sie hat mir gezeigt, dass Hoffnung überall zu finden ist: am Straßenrand, auf einer Bühne, in einem Fahrradtrikot, in einem kleinen Geldschein oder in den Augen eines Kindes.

Und wenn Sie nach dem Lesen dieser Zeilen ebenfalls dazu beitragen möchten, Kindern und ihren Familien Hoffnung zu schenken, freue ich mich über jede Unterstützung. Denn manchmal macht schon ein kleiner Betrag einen großen Unterschied. 

Das Besondere dabei: Ihre Spende kommt zu 100 Prozent dort an, wo sie gebraucht wird.

Liebe Grüße
Daniel Blum 

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Tour der Hoffnung e. V.
IBAN: DE63 5139 0000 0000 9797 08

Weitere Informationen zur Tour der Hoffnung:

Startseite - Tour der Hoffnung

 

Daniel Blum, Mitarbeiter der OVB Holding AG, nahm erstmalig an der diesjährigen Tour der Hoffnung teil.

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